Am 2./3. Juni 2016 im Bayerischen Landtag

Rückblick: Parlament der Generationen 2013

Im Jahr 2013 fand das erste Parlament der Generationen statt. Die Politiksimulation wurde im Rahmen des „Wissenschaftsjahres 2013 – Die demografische Chance“, einem Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, von der Akademie für Politische Bildung entwickelt und gemeinsam mit dem Bundesministerium durchgeführt.

Die Ausgangsfragen standen schnell fest: Wird die veränderte Gewichtung der Generationen Einfluss auf unsere politischen Entscheidungsprozesse haben? Werden diese auch durch den steigenden Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund beeinflusst? Zugespitzt: Bedeutet die Alterung unserer Gesellschaft zum Beispiel automatisch, dass sich die vielen Senioren nur noch für Rentenpolitik einsetzen und Fragen der Aus- und Fortbildung junger Menschen oder der Kinderbetreuung in den Hintergrund gedrängt werden? Oder wird es der Bevölkerung und ihren politischen Vertreterinnen und Vertretern gelingen, wichtige Zukunftsprojekte auch unter den Bedingungen einer veränderten Zusammensetzung der Wählerschaft anzupacken? Das Politik-Experiment sollte Antworten liefern.

Tagungsort war ein ehrwürdiger und geschichtsträchtiger Bau: der ehemalige Sitz des Deutschen Bundestags in Bonn.

Die 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden so ausgewählt, dass ihre Zusammensetzung einmal der Gegenwart und einmal der Prognose für das Jahr 2050 entsprach. Zwei Tage lang debattierten die Parlamentarier in den Ausschüssen, und am Ende konnten konsensfähige Lösungen mit eindeutigen Mehrheiten verabschiedet werden. Sowohl das Parlament 2013 als auch das Parlament 2050 setzten sich im Bildungsbereich für mehr Investitionen für die vorschulische und schulische Bildung von Kindern ein. Auch im Ausschuss Regionen identifizierten alle den Ausbau der Kinderbetreuung neben dem Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und der Versorgung pflegebedürftiger Menschen als zentrales Handlungsfeld für schrumpfende Regionen. Vor dem Hintergrund der Alterung unserer Gesellschaft, den Belastungen für die sozialen Sicherungssysteme und den Herausforderungen für junge Familien warben beide Parlamente – 2013 und 2050 – für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Im Plenum wurden alle Beschlüsse mit deutlichen Mehrheiten angenommen. Das Abstimmungsverhalten der Parlamente zeigte weniger einen „Kampf der Generationen“ als vielmehr gegenseitiges Verständnis und den Wunsch, gemeinsame generationenübergreifende Lösungen zu erarbeiten. Professor Tesch-Römer, Leiter des Deutschen Zentrums für Altersfragen, bestätigte dieses Verhalten anhand von Ergebnissen aus der Forschung. Es zeichne sich ab, dass sich zukünftige Konfliktlinien nicht zwingend zwischen den Altersgruppen, sondern vermehrt innerhalb von Generation bilden.

Einen zusammenfassenden Rückblick auf das Parlament der Generationen 2013 zeigt dieses Video:


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