Am 2./3. Juni 2016 im Bayerischen Landtag

Ziele und Methodik der Politiksimulation

Das Parlament der Generationen ist ein Rollenspiel, das zwar bestimmten Regeln folgt, dessen Ergebnis aber vom Handeln der Teilnehmerinnen und Teilnehmer abhängt und damit nicht vorhersehbar ist. Gerade das macht den Reiz solcher Rollen- oder auch Planspiele aus, für die Mitwirkenden ebenso wie für die Beobachter aus Wissenschaft und Politik.

Beim Parlament der Generationen wird untersucht, wie die politische Meinungsbildung und das Abstimmungsverhalten durch den demografischen Wandel beeinflusst werden. Bereits heute ist dieser Wandel spürbar, und er wird in den kommenden Jahrzehnten unsere Gesellschaft maßgeblich prägen. Daraus ergibt sich die Frage: Wie verändert eine älter werdende, aber zum Beispiel auch buntere Gesellschaft unsere politischen Entscheidungsprozesse?

Indem die Teilnehmer in die Rolle von Abgeordneten schlüpfen, deren eine Hälfte die Bevölkerungsstruktur des Jahres 2016 und deren andere Hälfte die Zusammensetzung unserer Gesellschaft im Jahr 2050 repräsentiert, nähern sie sich dem demografischen Wandel auf völlig neuen Wegen. Sie werden zu Entscheidungsträgern, die sich mit komplexen Problemstellungen inhaltlich auseinandersetzen, nach Lösungen suchen und Kompromisse mit anderen Mitgliedern des Parlaments der Generationen ausloten müssen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wirken also an einer Parlamentssimulation mit und nicht an einem Bürgerdialog oder -forum, bei dem es um den Austausch von Erfahrungen und Standpunkten geht. Beim Parlament der Generationen steht die Nachstellung von Entscheidungsprozessen im Vordergrund. Die Teilnehmenden gewinnen dadurch nachhaltige Einblicke in viele Facetten der demografischen Veränderungen sowie in die Abläufe und Herausforderungen der parlamentarischen Entscheidungsfindung.

Um die Folgen des gesellschaftlichen Wandels sichtbar zu machen, hat es sich bewährt, dass die Mitwirkenden die jeweilige demografische Zusammensetzung, vor allem hinsichtlich des Alters, Geschlechts und Migrationshintergrunds, tatsächlich widerspiegeln. Die Diskussionen sind dann authentisch und der Erkenntnisgewinn besonders nachhaltig, wenn etwa Alt und Jung tatsächlich in dem jeweils maßgeblichen Anteil vertreten sind. So können die Teilnehmer nicht nur über den demografischen Wandel reden, sie erleben ihn.

Die Teilnahme am Parlament der Generationen stärkt die persönlichen Kompetenzen der Mitwirkenden. Als unbeirrbarer Einzelkämpfer tut man sich bekanntlich schwer, Mehrheiten für den eigenen Standpunkt zu organisieren. Die Politiksimulation ermutigt die Teilnehmer, miteinander zu diskutieren, Argumente auszutauschen, nach Kompromissen zu suchen, aber auch von der eigenen Position abweichende Meinungen anzuerkennen und zu respektieren.

Das Parlament der Generationen wird durch erfahrene Simulationsexperten, Politikwissenschaftler und natürlich auch Beobachter aus dem Bayerischen Landtag begleitet, die die Verhandlungen und Abstimmungsergebnisse auswerten.

Struktur und Ablauf